Was ist dringend zu tun?
Wie auf dem nachstehenden Foto unschwer zu erkennen ist, hat das Mosaik insbesondere auf seiner Rückseite (Nord-West Richtung = Wetterseite) witterungsbedingt sehr stark gelitten (rot umrandet).
Somit besteht hier dringender Handlungsbedarf, wie auch dem Bericht des mit der Begutachtung des Kunstwerks beauftragten Restaurators, Herrn Valentin Skrypzak, aus dem Jahre 2022 zu entnehmen ist (sh. Bericht unter dem Foto).
Es besteht daher Einigkeit darüber, dass unmittelbar nach der Rechtsfähigkeit des neu gegründeten Vereins alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen, um Fördermittel zum Erhalt und zur Restaurierung des Kunstwerkes zu bekommen.

Befundbericht der Untersuchungen am Mosaik-Objekt von Eriksdun (Heinrich Friedrich Rudolf Kröger 1904-1982)
Dokumentation der Notsicherungsmaßnahmen und weitere restauratorische Fachplanung.
Ziel der Voruntersuchungen war die Erstellung eines vorläufigen Restaurierungskonzeptes, auf dessen Grundlage die darin geplanten Verfahren in einem nächsten Schritt als Musterflächen erprobt werden können. Nach dem Anlegen der Musterflächen würde ein Restaurierungskonzept mit Leistungsbeschreibung erstellt werden, auf dessen Basis die Arbeiten vergeben werden können.
Zunächst wurden Vorzustandsfotos sämtlicher Flächen aufgenommen, welche teilweise Bestandteil dieses exemplarischen Befundberichtes sind. Die Arbeiten vor Ort wurden von uns in der 42. und 44. KW 2022 von einem eigenen Rollgerüst aus durchgeführt.
Im Zuge der Inaugenscheinnahme des Objektes erfolgte zunächst eine exemplarische Dokumentation der Schadensbilder als Grundlage zur Erstellung des vorläufigen Restaurierungskonzeptes. Anschließend wurde eine mechanische Reinigung der Mosaikflächen mit einer Bürste und demineralisiertem Wasser mit Ethanol (1:1) durchgeführt, wobei sich lösende Partien ausgelassen und zunächst vorgefestigt wurden. Die Notsicherung der sich ablösenden Bereiche erfolgte durch Anböschen der gefährdeten Mosaikbereiche mit einem Mörtelkitt auf Weißzementbasis unter Zugabe von Romanzement zur Verbesserung der Kitteigenschaften.
Bei dem imposanten Mosaikobjekt mit zwei Schauseiten, einer Richtung Süd-Ost zur Straße und einer nach Nord-West Richtung Feld, handelt es sich um einen knapp 5 m langen, vor Ort hergestellten Betonsockel mit einer Höhe von 1,8 m und einer Dicke von gut 90 cm, welcher mit einer umlaufend rund 6 cm überkragenden Betonplatte von 8 cm Stärke abgedeckt ist. Durch diese Platte sind drei Stelen von schätzungsweise 5 m Länge bei einer Dicke von je 18 cm und einer jeweiligen Breite von 135,5 cm rund 1 m tief in den Sockel eingelassen und dort vermutlich mit Beton vergossen worden. Oberhalb der Abdeckplatte wurden die beiden entstandenen Lücken zwischen den Stelen bis auf eine Höhe von ca. 1 m oberhalb der Abdeckplatte vermauert oder mit Beton vergossen.
Nach der Montage der schon mit Mosaiken bestückten Stelen (siehe Film von Herr Bölts über die Entstehung des Objektes) wurden die Flächen der durch die Vermauerung entstandenen Basis mit einem Kalk-Zementmörtel auf Weißzementbasis ca. 1 cm stark verputzt.
Die und als Negativ auf einer Trägerbasis (Platte) vorbereiteten Mosaiksegmente wurden dann rückseitig mit reinem Weißzement ausgekittet und mit Zementmörtel die Sockelflächen montiert.
Die Mosaiken selbst bestehen aus einem Konglomerat unterschiedlicher klassischer Mosaiksteine, welche aus durchgefärbten Glasfritten geschlagen und geschnitten wurden sowie transparenten bzw. transluzenten Fensterglasscheiben in verschiedener Ausführung mit unterschiedlichen Prägungen. Da die durchscheinenden Fenstergläser auf einem dunklen Untergrund ohne optische Reflektionsfläche kaum einen Effekt gehabt hätten, wurde für die Verklebung Weißzement verwendet, wodurch sowohl die Farbe als auch die Prägung der Gläser durch die Durchleuchtung zum Gestaltungselement des Objektes werden.
Nach Einbau der Stelen und der Montage der Mosaiken auf den Basisflächen wurde diese unten und oben mit zwei unterschiedlichen Zierprofilen versehen. Die beiden Profile, das untere dreiteilig abgetrepptem Profil und das obere zweiteilig angefaste Profil scheinen jeweils aus massiver Bronze zu bestehen.
Der Sockel und die Abdeckplatte waren vermutlich ursprünglich mit einer Weißzement- schlämme überarbeitet und dann scheinbar öfter mit einer dicken
Binderfarbe in einem jeweils hellen, scheinbar leicht gebrochenem Weißton gestrichen.
Bedingt durch den Standort und die bauliche Beschaffenheit des Objektes selbst kam es an den Mosaiken und an der Konstruktion des Objektes zu einer Reihe unterschiedlicher Schäden:
Bereits die Konstruktion des Objektes mit seiner nach oben offenen Struktur hat die außerordentliche Schwäche, das Wasser direkt hinter die Mosaikflächen und in das Innere des Sockels geleitet wird. Außer den oberen Flächen der Stelen, welche jeweils um einige Grad Richtung Nordseite des Objektes geneigt sind, sind die nicht bildtragenden horizontalen Flächen kaum geneigt bzw. waagerecht, wodurch das Wasser an den Anschlussfugen und Rissen steht und dort einsickert. Durch das einsickernde Regenwasser kommt es in den Austrittsbereichen des auf seinem Weg durch das Objekt stark minimalisierten Wassers zu Versinterungen und Ausblühungen. Durch Frost und andere erodierende Umstände führt diese Wasserführung zu weiteren Rissen, wodurch der Prozess stark beschleunigt und potenziert wird.
Diese Aspekte, welche sowohl auf den Bildträger, also den Baukörper als solches, als auch auf die Mosaiken selbst wirken, beeinträchtigen den Allgemeinzustand des Objektes erheblich und führen zu Schäden.
Auch auf der Oberfläche der Mosaiken kann das Wasser von schadhaften Fugen in die entstandenen Kapillare sickern und vom Rand der Bauteile her eindringen und so ebenfalls durch Erosion zu fortschreitenden Schäden führen. Hier an den Mosaiken jedoch begünstigt der starke Kapillareffekt zwischen den beiden sehr harten und dichten Medien, dem Glas und der porzellanartigen Weißzementschicht, das Eindringen von Wasser enorm. So ist davon auszugehen, dass bei Regen auch an den senkrechten Flächen durch den Kapillareffekt eine nicht unerhebliche Menge Wasser in das Mosaik transportiert wird. Dort verteilt es sich in den Kapillaren zwischen Glas und Weißzementkleber und wird durch Haarrisse in der keramischen Klebemasse auch tiefer in den weicheren Verputz der Betonteile transportiert, welcher diese wiederum durch seinen größeren zur Verfügung stehenden Porenraum aufsaugt und verteilt. Auf dem harten Betonkern kommt es so wiederum zu Ablösungserscheinungen und Abplatzungen.
Die Schäden an den Mosaiken wurden in früherer Zeit bereits teilweise mit falschen und schädlichen Methoden behandelt. Es wurde versucht, Teile des Mosaiks mit transparentem Sanitärsilikon wieder zu verkleben und Fugen, besonders im oberen Bereich, zu schließen. Diese Maßnahmen führen teilweise zu einer erheblichen Verschlimmerung der Schäden und zum Verlust relevanter Bildpartien.
Autor - Kontakt
Firma Rest au Art Skrypzak & Skrzypczak, Valentin SkrzypczaK
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Quelle:
https://www.romoe.com/de/artikel/befundbericht-der-untersuchungen-am-mosaik-objekt-von-eriksdun-heinrich-friedrich-rudolf-kroeger-190_m5v9dhdp.html
Mittelfristige Planungen
Das Kunstwerk von Eriksdun an der Tivolistraße in Westerscheps soll auch künftig und auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Daher ist mit dem jetzigen Eigentümer des Grundstückes, auf dem das Mosaik steht, ein Vertrag geschlossen worden, der diese Zugänglichkeit sichert.
Die frei zugängliche Fläche um das Mosaik wurde dabei so bemessen, dass dieses von allen Seiten gut zu betrachten ist.
Darüber hinaus ist vorgesehen, die Fläche so zu gestalten, dass diese eine angenehme Aufenthaltsqualität bietet. So sollen dort Stellplätze für Fahrräder, eine Sitzbankgruppe, sowie ein Pavillon aufgestellt werden. Letztgenannter soll unter anderem dazu dienen, um über das unternehmerische Wirken der Familie Bölts zu informieren. Denn immerhin befand sich in direkter Nachbarschaft zu dem Kunstwerk bis 1975 die größte Entenfarm Europas. Und das Mosaik-Triptychon war ein künstlerischer Teil davon.
Dieses alles ist, wie geschrieben, in Planung. Ob und wann dieses umgesetzt werden kann, hängt davon ab, ob dafür entsprechende Finanzierungsmittel akquiriert werden können.